„Unsere Sprache ist entweder – mechanisch – atomistisch – oder dynamisch. Die echt poetische Sprache soll aber organisch lebendig sein. Wie oft fühlt man die Armut an Worten – um mehrere Ideen mit Einem Schlage zu treffen.“
Novalis

Bisherige Programme, in denen ich als Mitglied des Sprecherensembles der Akademie gesprochenes Wort Stuttgart mitgewirkt habe, sind Referenzen meines sprechkünstlerischen Wirkens in den letzten Jahren.
Für tagesaktuelle Programme klicken Sie bitte auf Start.

Hirsauer Erinnerungen

Musikalisch umrahmte Lesung aus Hermann Hesses Erinnerungen und Erzählungen

Rezitation: Anja Rambow und Florian Ahlborn

Musik: Hesse-Quartett

Hirsau mit seiner ebenso geschichtsträchtigen wie pittoresken Klosterruine war Hermann Hesse von Kindheit an vertraut. In dem Haus, das heute das Kloster-Hotel beherbergt, wohnten Verwandte, die man auf sonntäglichen Spaziergängen besuchte. Von dort aus erkundete Hermann das Kloster und die Umgebung, was er später in Erinnerungen und Erzählungen verarbeitete.

„Hebels Hörkalender!“ - eine Hommage

Im Stück von Bernd Schmitt geht es um die Frage vom Umgang mit Traditionen und Werten in einer sich schnell verändernden Welt. Angefangen von der Tatsache, dass er, Hebel selbst, nicht mehr unbedingt im literarischen Kanon unserer Gesellschaft steht und auch angesichts des Verschwindens der alemannischen Sprachkultur beleuchtet das Hörstück um das Spannungsfeld zwischen Bewahren und Vergessen, zwischen Werteerhalt und -verfall, zwischen Erstarrung und Veränderung.


Konzeption und Regie: Bernd Schmitt
im Rahmen des Literatursommers Baden-Württemberg
Akademie gesprochenes Wort


Diesen Kuss der ganzen Welt

6 Exerzitien mit Friedrich Schiller
Was war er denn nun, unser Schiller? Eine ganze Menge: Arzt, Historiker, Dramatiker, Poet, Philosoph,
Kantianer und Antikantianer. Aber was war er in seinem Kern? Moralist oder eher Ästhetiker? Wir sagen,
dass Schiller darin wohl keinen Unterschied gemacht hätte. »Schönheit ist Freiheit in der Erscheinung« –
das galt ihm sowohl für seinen Rock wie für den Staat. Schiller und Europa, die Liebe und die Politik, der
Kuss und die Welt, und diesen Kuss der ganzen Welt, das sind Schillers Positionen, die das
Sprecherensemble der Akademie ausbreiten will.

Konzeption und Regie: Bernd Schmitt
Landesvertretung Baden-Württemberg Brüssel u.a.
Pressebericht:
Interessante Exerzitien mit Friedrich Schiller

Vier Männer und zwei Frauen führten das Publikum im gut besetzten Foyer des Bürgerhauses unterhaltsam an Dichtung und Gedankenwelt Friedrich Schillers heran, ohne den Klassiker zum Taschen-Schiller zu verzwergen.
Allesamt hervorragende Sprecher und Darsteller, zitieren, deklamierten, verfremdeten sie und warfen funkelnde Streiflichter auf den Dramatiker und Lyriker, den Historiker und Erzieher Schiller.
Während der 6 Exerzitien mit Schiller verging die Zeit viel zu schnell. Vielleicht, weil die deutsche Sprache einmal in bester Verfassung auftrat. Zu danken war dies den Sprechern Florian Ahlborn, Jonathan Gottwald, Julia Katterfeld, Clemens Nicol, Anja Rambow sowie Daniel Zinnöcker - und Friedrich Schiller.

Backnanger Kreiszeitung, 31.03.2009

  
Pressebericht:
Literarischer Kuss für die Welt

„Schönheit ist Freiheit in der Erscheinung“, meinte der Dichter. Auf die Frage einer Darstellerin: „Bin ich schön?“ bombardierte das Ensemble sie mit den vielfältigen Zitaten aus Schillers ästhetischen Schriften und dem Hinweis aus dem Gedicht Nänie „Auch das Schöne muss sterben.
Auf die einfache Frage gab es teilweise hochfliegende Antworten, wie „Ästhetisch ist etwas, wenn es das ist, was es ist, durch sich selbst ist.“ Der Text Schillers „Ode an die Freude“ zu Beethovens Schlusschor der 9. Symphonie zog sich in mehreren Strophen durch die Themendarstellung.
Der Abend war amüsant und begeisterte die Zuhörer. Wie ausdrucksstark die Sprache, das gesprochene Wort ist und die ganze Welt, das Leben, Gefühle, Empfindungen und Gedanken beschreiben kann, konnten die Zuhörer durch „Diesen Kuss der ganzen Welt“ erleben.

Schwarzwälder Bote, 19.05.2009

KlangFarben: Rot, rot, rot sind alle meine Träume

Rot ist aber nicht nur die Farbe der Könige und Kardinäle, der Revolutionäre, der Liebenden, der Besessenen, der Berauschten. Lassen Sie sich verführen von Worten und Klängen der Leidenschaft und der Gefahr - lassen Sie sich berühren von Gedanken über die Farbe des Lebens und des Sterbens - der Farbe, die unser Dasein durchzieht von der Morgenröte bis zur Abenddämmerung.

Konzeption und Regie: Annikke Fuchs-Tennigkeit und Andrej Kritenko
Kunstmuseum Stuttgart

Pressebericht:
Todesvisionen und Märchen

Bei Programmen der Akademie für gesprochenes Wort bedeutet das immer mehr als bloß sorgfältig akzentuierter Sprachvortrag. Requisiten werden sparsam, aber wirkungsvoll eingesetzt, das Cello von Frank Streichfuß spielt bei seinen Todesvisionen aus Dea Lohers „Adam Geist“ eine wichtige Rolle. Auch Charles Perraults Märchen vom „Rotkäppchen“ und Robert Gernhards Malermärchen sind als Prosatexte mitten im Lyrischen verstreut, beide mit humorigen Akzenten.
In den etwas nüchternen Vortragsraum des Kunstmuseums bringt das Ensemble der Akademie für gesprochenes Wort so den Klang der Poesie und die Kultiviertheit ihrer Mitteilung. Man fühlt sich angesprochen und erlebt die Farbe Rot als Leitmotiv in einer Fülle inhaltlicher und sprachlicher Nuancen.

Esslinger Zeitung, 28.04.2009

Die Quellen sprechen lassen

Der Kriminalprozess gegen Joseph Süß Oppenheimer
Herausgegeben von Gudrun Emberger und Robert Kretzschmar,
Landesarchiv Baden-Württemberg,
135 Seiten mit 46 Abbildungen und Hörbuch (2 CDs), 2009
ISBN 978-3-17-020987-9

Am 4. Februar wurde Joseph Süß Oppenheimer nach einem von Rechtswillkür gekennzeichneten Prozess in Stuttgart hingerichtet. Leben, Wirken, Verurteilung, Haft und Tod Joseph Süß Openheimers werden aus den Originalprozessakten dargestellt. Im dazu gehörigen Hörbuch werden dieselben Quellen „zum Sprechen gebracht“.

Hörprobe - Gnadengesuch der Luciana Fischer

Fotomomente