„Unsere Sprache ist entweder – mechanisch – atomistisch – oder dynamisch. Die echt poetische Sprache soll aber organisch lebendig sein. Wie oft fühlt man die Armut an Worten – um mehrere Ideen mit Einem Schlage zu treffen.“
Novalis

Bisherige Programme, in denen ich als Mitglied des Sprecherensembles der Akademie gesprochenes Wort Stuttgart mitgewirkt habe, sind Referenzen meines sprechkünstlerischen Wirkens in den letzten Jahren.
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Die lyrische Hausapotheke

Programm zur Eröffnung der Fachtagung des Deutschen Apothekerverlages Stuttgart

Bitte:schön!

mit Ulrike Möller und Anja Rambow

Was haben mit Seife vermischtes pulverisiertes Nachtigallenexkrement und eine Python gemeinsam? Es sind die Zutaten für bizarre Rituale im Dienste der Schönheit.

»Zu allen Zeiten und auf allen Kontinenten strebten die Menschen Schönheit, versuchten etwas von diesem strahlenden Glanz einzufangen. Vergeblich… Ein Zauber, der nicht greifbar ist… Sobald man versucht, ihn zu fassen, entzieht oder verflüchtigt er sich.«
In unserem Programm wollen wir dennoch den unmöglichen Versuch wagen, dem Phänomen ›Schönheit‹ auf die Spur zu kommen, um vielleicht doch jenes ›je ne sais quoi‹ ihres Zaubers zu erhaschen. Begeben Sie sich mit uns auf eine heitere, nachdenkliche, verblüffende Reise durch die Literatur.

Erleben Sie ein buntes Kaleidoskop aus Lyrik, Erzählungen, szenischen Dialogen, Collagen… – ein Programm so vielfältig wie das Thema selbst, denn:
»Die Schönheit [aber] ist frei und strahlend in ihren unendlich vielen Ausdrucksformen und lässt sich nicht auf irgendeine Norm reduzieren. Jeder Versuch, diese Vielfalt auf ein einziges allgemeingültiges ›Ideal‹ zurechtzustutzen, droht, ihr den Glanz zu nehmen, wenn nicht gar sie für immer zu ersticken.«
(Michèle Didou-Manent, Tran Ky, Hervé Robert: Dick oder dünn? Körperkult im Wandel der Zeit.)

Joseph Süß Oppenheimer - Stationen seines Lebens und Sterbens - Exkursion mit dem PKC Freudental

Am Samstag, 24. Juni 2017 veranstaltet das PKC Freudental eine ganztägige Exkursion an die wichtigsten mit dem Leben und Wirken Süß Oppenheimers verbundenen Stätten im damaligen Herzogtum Württemberg: nach Ludwigsburg, auf den Hohenasperg und nach Stuttgart.
Dr. Gudrun Emberger, eine der besten Kennerinnen der Prozessakten, wird die Biographie des Joseph Süß Oppenheimer vorstellen und deutlich machen, welchen Kräften er zum Opfer fiel.
Quellentexte, von den Sprechern Florian Ahlborn und Anja Rambow, eindrücklich vorgelesen, lassen ein authentisches Bild der Ereignisse entstehen. Einen Einblick in die Originalakten wird in Stuttgart im Hauptstaatsarchiv exklusiv durch Präsident Prof. Dr. Robert Kretzschmar ermöglicht.
Letzte Station ist der Ort, an dem der Galgen stand. In der heutigen Hochhaussiedlung hat es sich eine Künstlergruppe zur Aufgabe gemacht, die sichtbaren, wie die unsichtbaren Spuren dieses Justizskandales zu sammeln.
Literaturtipp: Die Quellen sprechen lassen
Hörprobe auf dieser Website

Gerbersauer Lesesommer

Geschichten aus der Schlosserwerkstatt

Lesung mit Anja Rambow und Ulrike Möller

Presseartikel:
„Geschichten aus der Schlosserwerkstatt“ war die Lesung mit Musik in der ehemaligen Werkstatt der Turmuhrenfabrik Perrot in Heumaden im Rahmen des Gerbersauer Lesesommers überschrieben.

Calw-Heumaden. In der ehemaligen Werkstatt der Turmuhrenfabrik liege, so Herbert Schnierle-Lutz, die
Urzelle des Gerbersauer Lesesommers". Die Lesungen in der Halle gehören zum festen Repertoire der Veranstaltungsreihe, die jeweils zwischen Geburts- und Todestag (2. Juli und 9. August) von Hermann Hesse stattfindet.
In der Perrot’schen Werkstatt absolvierte Hesse als 17-Jähriger 1894/95 ein 15-monatiges Praktikum. Literaturpädagoge und Hesse-Kenner Schnierle-Lutz wertet diese Zeit als einen wichtigen Wendepunkt im Leben des späteren Schriftstellers. Nach Jahren der Suche
fand er in dieser Zeit zu sich und hat sein Leben in die Hand genommen", so Schnierle-Lutz in seiner Einführung in den literarisch-musikalischen Abend. (...)
Mit Christoph Perrot begrüßte ein Urenkel von Heinrich Perrot die rund 100 Zuhörer zur Lesung. (...)

Anja Rambow (links) und Ulrike Möller. Foto: Annette Selter-GehringDie Geschichten aus der Schlosserwerkstatt", wurden von den versierten Rezitatorinnen Ulrike Möller und Anja Rambow nicht nur anschaulich vorgetragen, sondern geradezu mit Leben erfüllt.
1904 schrieb Hesse
Aus der Werkstatt", eine Geschichte um die Rivalität zwischen einem Meister und seinem zwar begabten, aber hochmütigen Gesellen. Ein Jahr später folgte Der Schlossergeselle", dessen Protagonist ein tragisches Ende findet. Obschon beide Erzählungen in der Ich-Form aus Sicht eines Lehrlings erzählt werden, hat Hesse das Beschriebene nicht selbst erlebt, wurde aber vielleicht durch die Berichte und Anekdoten, die in der Werkstatt die Runde machten, dazu inspiriert. Die Begegnung eines Lehrlings mit einer feinen Dame ließen Möller und Rambow in Das erste Abenteuer" aufleben, und sie ließen Konstantin Silbernagel mit Der Erfinder" vor dem inneren Auge der Zuhörer erscheinen.
Volker Hill (Klavier) und Steffen Haß (klassisches Saxofon) sorgten im Wechselspiel mit der Lesung für den musikalischen Part in der Turmuhrenwerkstatt. Nach dem Auftakt mit einem Stück aus der Saxofonsonate von John C. Worley (1919-1999) spielten sie die Partita 1965 für Saxofon und Klavier des deutschen Komponisten, Arrangeurs und Pianisten Erwin Dressel (1909-1979).

01.08.2017 © Schwarzwälder-Bote | Annette Selter-Gehring Foto: Annette Selter-Gehring

 

Sag‘s mit Versen – Gedichte für alle Gelegenheiten (6 bis 10 Jahre)

Familientag im Rahmen der 11. Internationalen Stuttgarter Stimmtage

Ob beim nächsten Geburtstag, um einem Freund Mut zu machen, oder einfach mal so zum Schmunzeln. Gedichte können verzaubern und Anlässe sie vorzutragen, finden sich viele. Anja Rambow erarbeitet mit den Kindern spielerisch und experimentell, was sich mit Versen alles sagen lässt und welche Ausdrucksmöglichkeiten ein rhythmisch gebundener und klanglich geformter Text zu wecken vermag.


Ich, Claudius, Kaiser und Kürbis.

Veranstaltungsreihe GESPROCHENE ANTIKE der Akademie für gesprochenes Wort

Anja Rambow, Dr. Jonas Scherr

Neben anderen Dingen haben sich die Menschen über seine Vergesslichkeit und seine Unüberlegtheit gewundert (…). So erkundigte er sich nach der Ermordung der Messalina, kurz nachdem er sich zu Tische gelegt hatte, warum seine Gattin nicht komme. (Sueton)

Kaiser Claudius gehört sicherlich zu den meistgeschmähten Herrschern der antiken Welt. Ganz besonders seine intellektuellen Fähigkeiten werden in den literarischen Quellen regelmäßig angezweifelt. In diesem Vortrag soll solchen Negativurteilen über Claudius nachgegangen werden, wobei vor allem Senecas satirisch-boshafter Nachruf – die „Apocolocyntosis“ (dt. „Verkürbissung“) – im Mittelpunkt stehen wird. Anhand inschriftlich überlieferter Texte, die aus Claudius‘ eigener Feder stammen dürften, wird schließlich zu zeigen sein, dass und inwieweit die harten Urteile über diesen ‚kaiserlichen Kürbis‘ nachvollziehbar sind.

Textquelle: Akademie gesprochenes Wort

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